Das Projekt «Asphaltknacker» des Naturama Aargau startete 2021 mit einer Pilotphase, in der fünf Gemeinden durch das Naturama bei der Entsiegelung von Flächen unterstützt wurden. Der Kanton Aargau unterstütze das Vorhaben finanziell. Aufgrund der positiven Resonanz und der Dringlichkeit wurde das Projekt verlängert und weiterentwickelt.
Asphaltknacker 1.0 (2020-2023): Ein wegweisendes Pilotprojekt
Das Ziel von Asphaltknacker 1.0 (2020-2023) war es, fünf Gemeinden zu gewinnen, die jeweils eine mindestens 60 m² große öffentliche Fläche entsiegeln und ökologisch aufwerten. Zum Abschluss des Projekts fand jeweils ein öffentlicher Einweihungsanlass statt. Auf den entsiegelten Flächen weisen Infotafeln auf das Projekt hin.
Bis Ende 2023 haben die Gemeinden Suhr, Baden, Windisch, Menziken und Küttigen erfolgreich entsiegelt und ihre Flächen ökologisch aufgewertet. Damit wurde nicht nur auf steigende Temperaturen reagiert, sondern auch die Biodiversität gestärkt und die Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung verbessert.
Menziken
vorher:
Suhr
vorher:
Windisch
vorher:
Asphaltknacker 2.0 (2024-2025): Erweiterung des Projekts in die Zukunft
Mit leichten Anpassungen geht das Projekt «Asphaltknacker» bis Ende 2025 in die nächste Phase. Es umfasst zwei Teilprojekte:
- Bedürfnisabklärung
- Entsiegelung
1. Bedürfnisabklärung: Den öffentlichen Raum neu denken
Der Startschuss für Asphaltknacker 2.0 fällt mit einer gezielten Bedürfnisabklärung bei Menschen, welche unter der Hitze besonders stark leiden. Mit der Bedürfnisabklärung soll evaluiert werden, welche Ansprüche diese vulnerablen Gruppen an den Aussenraum haben, um sich auch bei grosser Hitze draussen aufhalten zu können Die daraus gewonnenen Erkenntnisse liefern wertvolle Argumente für die Gemeinden, gezielte Entsiegelungsmaßnahmen durchzuführen. Außerdem soll das Bewusstsein für die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels weiter geschärft werden.
2. Entsiegelung: Gemeinden gewinnen, Flächen aufwerten
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts bleibt die Entsiegelung öffentlicher Flächen. Ziel ist es, bis 2025 insgesamt 8 bis 10 Gemeinden zu gewinnen, die mindestens eine Fläche von 60 m² entsiegeln und ökologisch aufwerten. Diese Flächen werden dann als Best-Practice-Beispiele auf der Plattform asphaltknacker.ch präsentiert. Beratung erhalten die Gemeinden entweder über das Projekt «Klimaberatung» oder direkt über das Projekt «Asphaltknacker», beides Projekte vom Naturama Aargau.
Zielsetzung: Nachhaltige Siedlungsentwicklung und Gesundheitsförderung
Das Projekt «Asphaltknacker» verfolgt klare Ziele, um langfristige Veränderungen herbeizuführen:
- Gemeinden und Institutionen setzen ein Zeichen für hitzeangepasste Siedlungsentwicklung und Gesundheitsförderung.
- Sensibilisierung zur Bedeutung eines hochwertigen, auch in heißen Sommermonaten nutzbaren Außenraums.
- Gemeinden erkennen, dass sie durch Entsiegelungsmaßnahmen einen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung leisten können.
- Institutionen und Gemeinden setzen eigenständig weitere Entsiegelungsprojekte um.
- Das Thema erhält mediale Aufmerksamkeit, was zur Sensibilisierung der Bevölkerung beiträgt.
- Bedürfnisse vulnerabler Gruppen werden ernst genommen und nach Möglichkeit umgesetzt.
Die Hemmschwelle, selbst aktiv zu werden, sinkt dank der leicht zugänglichen Informationen auf asphaltknacker.ch und dem darin verlinkten Dokument «Schritt für Schritt Anleitung» zum selber Entsiegeln.
Zielgruppen: Gemeinden und Institutionen
Asphaltknacker 2.0 richtet sich an Aargauer Gemeinden und Institutionen, welche Flächen entsiegeln und aufwerten möchte. Zudem richtet sich das Projekt an Institutionen, diemit vulnerablen Gruppen arbeiten (z.B. Alterszentren, Schulen, Pro Juventute, Pro Senectute). Die entsiegelten Flächen sollen öffentlich zugänglich sein und eine höhere Aufenthaltsqualität bieten.
Das Projekt «Asphaltknacker» zeigt, wie nachhaltige Siedlungsentwicklung und Klimaschutz miteinander verbunden werden können – und das zugunsten von Mensch und Natur.